1.5 Die Kehrseiten des Social Webs (DEU)

Die digitale Cocktailparty: Das Social Web wird von der European Network and Information Security Agency (ENISA)mit einer digitalen Cocktailparty verglichen, sie sind ideale Orte um neue Kontakte zu knüpfen und sich in einer lockeren Umgebung auszutauschen. Aber wie bei einer echten Party, kann es auch passieren, dass man am nächsten Tag einige ausgesprochene Worte zurücknehmen möchte. Der digitale “Kater” kann möglicherweise etwas länger anhalten, denn auch auf digitale Cocktailpartys können ungeladene Gäste kommen und bei Gesprächen mithören.

Ein einzelner Klick genügt, um einem Kontakt den Zugriff auf sämtliche Informationen des eigenen Profils zu gewähren. Gehen Sie bewusst mit Ihrem Profil auf sozialen Netzwerken um und seien Sie damit konsequent. Viele entscheiden sich dafür Kontakte zu sammeln wie Briefmarken. Diese Strategie wird zwar oft verpönt, kann aber vor allem bei der Selbstvermarktung nützlich sein.

1. Der Daten-Elephant vergisst nichts: Die Online-Reputation zu schützen ist ein wichtiger Aspekt der berücksichtigt werden muss wenn man aktiv im Internet ist (oder werden möchte). Die nächste Generation der WählerInnen oder KundInnen informiert sich zunehmend über das Internet, und dort werden sie nicht nur positives finden können. Negative Berichterstattung, unvorteilhafte Kommentare und Unwahrheiten können dabei immer wieder auftauchen. Aussagen im Internet können noch Jahre später gefunden werden, und im schlimmsten Fall werden sie einem auch immer wieder vorgehalten. Jede Äußerung oder Stellungnahme im Internet sollte deswegen gut überlegt sein.

2. Negatives und Falschaussagen: Social Media Dienste bieten einen idealen Kontext um Diskussionen zu führen, vor allem durch die Geschwindigkeit mit der Nachrichten oder Kommentare übermittelt werden. Insbesondere Menschen, die politisch aktiv sind oder als EntscheidungsträgerInnen gelten, müssen öfter mit Kritik oder Einwänden rechnen, die in solchen Diskussionen unüberlegt und ohne Hintergrundwissen geäußert werden. Der Umgang mit falschen oder negativen Äußerungen im Internet unterliegt keinen eindeutigen Verhaltensregeln. Wichtig ist es, angemessen und gut überlegt zu reagieren, denn eine impulsiv geschriebene Erwiderung kann auch unerwartete Konsequenzen mit sich ziehen. Wichtig ist es, konsequent zu bleiben: sie sollten nicht willkürlich mal aktiv, mal passiv kommunizieren. (Beispiel Eva Glawischnig postet viel bei Facebook, hält sich aber aus Diskussionen raus – kann ggf. auch eine gute Strategie sein)

3. Identitätsdiebstahl Ein Profil unter einem falschen Namen anzulegen bedarf nicht viel mehr als einer E-Mail Adresse. Aussagen die von diese Profilen gemacht werden, können auch leicht zum Verhängnis werden. Personen die sehr aktiv im Internet sind (Blogs, Artikel, Beiträge, soziale Netzwerke) sind seltener dieser Gefahr ausgesetzt, da sie mit der Zeit eine eigene “Stimme” entwickeln und LeserInnen erkennen dann eher grobe Abweichungen.

4. Rufschädigung und problematische Inhalte: KonkurrentInnen, enttäuschte WählerInnen, ErpresserInnen haben im Internet eine gute Plattform gefunden um den Ruf anderer zu schädigen. Falsche Vorwürfe oder intimes Material können im Internet schnell verbreitet werden. Nur schwer lassen sich solche Veröffentlichungen wieder entfernen. Sollten Sie irgendwann davon betroffen sein, empfiehlt es sich die Beratung von RechtsexpertInnen aufzusuchen.

5. Überflutung mit Information: Der familiäre und lockere Ton, der auf sozialen Netzwerken gepflegt wird, führt häufig bei NutzerInnen zu einer niedrigen Hemmschwelle um private Informationen mit angeblichen “FreundInnen” zu teilen. Von “neuen Essgewohnheiten” über den “ersten Kuss”, die neue Facebook-Chronik animiert mit unterhaltsamen und schrägen Vorschlägen zur Preisgabe von intimsten persönlichen Informationen. Vor allem Personen des öffentlichen Lebens sollten sich immer vor Augen halten, wie groß das potenzielle Publikum ist, das Zugriff auf diese Informationen hat.

Ratschläge: Betreiben Sie “Social Media Monitoring”, also beobachten und analysieren Sie Beiträge und Diskussionen. Hierfür gibt es drei Formen:

  • Automatisches Monitoring: Inhalte werden mit einer Software identifiziert und analysiert. Diese Vorgehensweise ist zwar kostengünstig, aber doch sehr eingeschränkt denn die Ergebnisse sind oft nur wenig aussagekräftig. Kostenlos ist der Dienst von Google: Alerts, hierfür brauchen Sie lediglich einen gewünschten Suchbegriff sowie Ihre E-Mail Adresse einzugeben und Sie erhalten Benachrichtigungen über neuste Ergebnisse zu diesen Begriffen.
  • Halbautomatisches Monitoring: Inhalte werden auch mit einer Software überprüft, allerdings müssen dafür detaillierte Suchanfragen erstellt werden, die nicht automatisch erfolgen. Die Ergebnisse müssen dann überprüft und ausgewertet werden, auch dies kann nicht von der Software übernommen werden.
  • Manuelles Monitoring: die aufwändigste aber zuverlässigste Methode um Social Media Monitoring zu betreiben, ist die ausschließlich manuelle Überprüfung. Hierfür können Personen eingstellt werden, die diese Arbeit regelmäßig ausführen. (Ggf. auf professionelle Online Reputation Management Dienste zurückgreifen. z.B.: www.revolvermaenner.com
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