7.3 Feminismus im Netz

Obwohl die Piratenpartei gerne als Beispiel für erfolgreiche Netzpolitik herangezogen wird, trübt die Tatsache, dass die Partei häufig für ihre unklaren Aussagen zur Genderdebatte auffällt. So ergab eine Studie unter 1200 PiratInnen, dass 22 Prozent der Befragten glauben, beim Feminismus gehe es um die Bevorzugung von Frauen, 13 Prozent gaben an, der Hauptzweck sei der Kampf gegen Männer. Weniger als ein Viertel der Befragten antworteten: die Gleichstellung der Geschlechter.

Die demokratischen Prinzipien im Netz bilden trotz alledem ein wichtiges Fundament, welches die Gründung einer starken feministischen Internet-Community ermöglicht haben. Maedchenmannschaft.net ist eines von dutzenden Blogs, die sich im Internet intensiv mit Themen wie Sexismus und Diskriminierung auseinandersetzen. Frauen, die sich trauen über solche Medien die Meinung preiszugeben müssen allerdings mit widerwärtigen Kommentaren rechnen, die sich keiner trauen würde “offline” direkt zu sagen. Die Hemmschwelle für solche Attacken im Internet ist offensichtlich sehr niedrig. Eine traurige Bilanz zieht Susanne Klinger aus dem partizipativen Potenzial des Internets, ihre Erfahrungen als Bloggerin bei Mädchenmannschaft zeigen “im anonymen Internet hat Sexismus für Sexisten keine Konsequenzen”. Doch das sollte nicht abschrecken davor im Internet aktiv zu werden. Denn das Internet entwickelt sich immer mehr zum Leitmedium der Gesellschaft und trägt einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung.

Die in Foren und Kommentaren von Blogs herumschleichenden Störenfriede sind im Internetjargon als “Forentrolle” oder auch einfach nur “Troll” bekannt. Sie hinterlassen grenzwertige Bemerkungen mit der Absicht zu provozieren. “Das geht von einfachen Beleidigungen bis zum organisierten Stalking. Aber vor allem: Sie versuchen gezielt, konstruktive feministische Diskussionen auf Null zu bringen. Es geht ihnen nicht darum, ihre kontroverse Sicht der Dinge vorzutragen, sondern bewusst die Party zu sprengen und den Frauen die eigenen Spielregeln und Themen aufzuzwingen” erläutert Susanne Patzelt,

Ein paar Ratschläge im Umgang mit solchen Kommentaren:

  • Ignorieren! (Grundregel: Don’t feed the trolls!)
  • Regelmäßiges Aussieben
  • Keine anonyme Kommentare zulassen
  • Ein Rating-System für Kommentare integrieren, womit NutzerInnen Kommentare bewerten können
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