7.2 Online Reputation für Frauen

Das neue Stichwort der modernen Genderdebatte heißt „Sexismus 2.0“. So benannte Susanne Klingner ihren Artikel in der Zeitschrift Neon, worin sie das Geschlechterverhältnis im Internet mit jenem aus dem 18. Jahrhundert vergleicht: “Im Internet kocht und häkelt die Frau, das große Wort führt der Mann. […] Das Internet ist ein freier, egalitärer Raum. Nur leider hat die Égalité des Netzes eines mit der Égalité der Französischen Revolution gemein: Sie gilt nicht für Frauen. ” Ein doch etwas erstaunliches Ergebnis ergab allerdings das Projekt “Gender Blogging” von Cilja Harders und Franka Hesse an der Universität Bochum. Sie fanden heraus, dass in Deutschland deutlich mehr Frauen als Männer im Social Web aktiv sind.

 

In der Blogosphäre handelt es sich allerdings zum Großteil um persönliche Blogs von Teenagerinnen. Die A-Liste der BloggerInnenszene ist noch immer von Männern dominiert. Mangelnde Vernetzung, wird in dem Artikel als Ursache vermutet, “Die Aufmerksamkeitswährung im Internet heißt Verlinkung.” Zahlenmäßig mögen Frauen in den sozialen Netzwerken zwar führen, jedoch widmet sich ihr mediales Verhalten weniger dem Karriereaufbau als das der Männer. Denn das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Mitgliedern ist in den Business-Netzwerken wie LinkedIn oder Xing eher umgekehrt. Im deutschsprachigen Raum beträgt der Frauenanteil der NutzerInnen auf Xing lediglich 35 Prozent. Dr. Karin Windt rät in ihrem Artikel daher:

“Da auch Personalrecruiting zunehmend über Online-Plattformen wie XING oder LinkedIn stattfindet, ist Frauen dringend anzuraten, ihre Präsenz in virtuelle Berufsnetzwerken konsequent auf- und auszubauen. Dabei ist zu beachten, dass nicht jedes Netzwerk für jeden beruflichen Zweck geeignet ist. Wahlloses ‘Dabeisein’ ist nicht unbedingt hilfreich und Frauen sollten das für sich geeignete Netzwerk erkennen und auswählen können.”

Zusammengefasst aus den vorherigen Kapiteln sind folgende Stichwörter unerlässlich für den Aufbau einer guten Reputation im Internet. Diese können nämlich einen wichtigen Beitrag zur Karriereentwicklung beitragen:

  • Transparenz
  • Partizipation
  • Interaktion
  • Präsenz
  • Authentizität

Doch vor allem beim letzten Punkt ist Vorsicht geboten, wie Nicole Petzi schreibt: “Besonders bei der im Web 2.0 geführten PR deutscher PolitikerInnen sind die Zweifel von BeobachterInnenn und Fachleuten groß. Hohn und Spott sind umso größer, wenn die als ‘authentisch’ ausgegebene Kommunikation als durchgeplante Wahlkampfstrategie auffliegt.”

 

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