1.2 Social Media & Politik (DEU)

Social Media in der Politik ist:

  • wichtige Plattform für politische Arbeit
  • durch Offenheit und Reichweite eine ideale Plattform für politische Diskussion und Meinungsbildung
  • flache Hierarchichen und Kommunikation “auf gleicher Augenhöhe”
  • politische Szene wird damit vielfältiger, greifbarer und leistet einen wichtigen Beitrag für die politsche Bildung.
  • partizipatorische Demokratie und einfache Beteiligung am politischen Geschehen

Drei Stichwörter sind maßgeblich für Aktivitäten im Social Web:

  • Dialog
  • Transparenz
  • Authentizität

Diese prominenten Beispiele beweisen, dass seit dem Aufkommen des Social Webs teilweise ein Umdenken in der Politik begonnen hat.

Piratenpartei, die für ihre offene Kommunikationspolitik und Transparenz bekannt ist. Sie wirbt für Ihr Konzept einer “Liquid Democracy”, einer Mischform aus direkter und indirekter Demokratie, wobei WählerInnen in die demokratischen Entscheidungsprozesse der Partei direkt eingebunden werden. Die Piratenpartei versteht sich als Repräsentantin der Digital Natives, jener Generation die mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien aufwachsen. Der “Unique Selling Point” der Piraten ist ihr relativ selbstverständlicher Umgang mit den Instrumenten der Online-Kommunikation. Ob Facebook, Twitter, Blogs, Podcasts oder Piraten-Wiki, sie nutzen die Tools ihrer Generation, und finden nicht zuletzt dadurch Zuspruch. Diese Partei bringt frischen Wind in die Politik, der inzwischen von Schweden, über Deutschland nach Österreich weht. Wenige Wochen nach ihrem Gründungsparteitag hat die Österreichische Piratenpartei, mit fast vier Prozent der Wählerstimmen, ihren ersten Sitz im Gemeinderat der Stadt Innsbruck erhalten. Die Piraten geben den WählerInnen wieder das Gefühl zurück, dass die Demokratie auch Sache der einzelnen BürgerInnen ist. JedeR kann somit zum EntscheidungsträgerIn am digitalen Marktplatz werden, wenn er oder sie das möchte.

Der amerikanische Wahlkampf 2008: Das Wahlkampfteam um Barack Obama entschied sich dafür (unter anderem) Twitter als Informationskanal zu verwenden. Auch wenn es nicht Barack Obama selber war, der die Kurznachrichten verfasste, war der Auftritt souverän und gewann schnell an Beliebtheit. Dieser auf den ersten Blick sehr einfache Dienst, der das Verfassen von Nachriachten mit lediglich höchstens 140 Zeichen zulässt, spielte eine sehr wichtige Rolle in der Kommunikationsstrategie des Wahlkampfes. Der Mut auf untraditionelle Weise Millionen von WählerInnen über diesen Weg anzusprechen zahlte sich aus. Mit 14 Millionen Follower ist der jetzige Präsident der USA noch immer der beliebteste Politiker auf Twitter. Die Haltung gegenüber Twitter im deutschsprachigen Raum ist noch eher zurückhaltend, dies kann wahrscheinlich darauf zurückgeführt werden, dass hier die prominente Zugpferde fehlen, die in den USA die Verwendung von Twitter einem anderen Stellenwert verliehen haben. Prominente Persönlichkeiten wie Tom Hanks, Ashton Kutcher und Lady GaGa waren (vermutlich) unbezahlte WerbebotschafterInnen, die die Verwendung von Twitter im Alltag verfestigt haben.

Selbstvermarktung: PolitikerInnen anderer Parteien nutzen Social Media inzwischen zunehmend als Plattform für Selbstvermarktung, wobei der Kommunikationsfluss häufig noch sehr einseitig ist. Auch wenn das Web 2.0 als günstige Alternative zu traditionelle Kampagnen erscheint, sollte nicht an den falschen Ecken gespart werden. Denn, wer sich auf diese Medien einlässt muss sich entweder selber umfassend damit auskennen, oder eine Person bzw. ein Team dafür engagieren, das damit umgehen kann. Es gehört auch eine große Portion Mut dazu, die eigenen politischen Aktivitäten auf das Internet auszuweiten. Denn es muss damit gerechnet werden, unter ständiger Beobachtung zu sein. Jeder Fehltritt oder unüberlegte Aussage kann in kürzester Zeit unangenehme Folgen haben. Außerdem können Kampagnen unerwartete Ergebnisse erzielen. Wie dieses Beispiel aus Deutschland: Im Kanzleramt wurde letztes Jahr ein interessantes Experiment gestartet – Angela Merkel im “Bürgerdialog”. Die Online-Community wurde auf der Plattform www.dialog-ueber-deutschland.de aufgerufen, Vorschläge zu drei Fragen einzusenden. InternetnutzerInnen konnten dann per Mausklick darüber abstimmen, welche 10 Vorschläge (bzw. die Personen die sie vorgeschlagen haben) im Herbst diese im Kanzleramt mit der Kanzlerin diskutieren werden. Die Hürde zum mitmachen wurde bewusst niedrig gehalten und die Konsequenz war, dass die Ergebnisse manipuliert wurden. Aus über 10.000 Vorschlägen machten es “Cannabis legalisieren” und “offene Diskussion über den Islam” (aus islamkritischer Sicht) in die besten zehn. Ein fragwürdiges Resultat für ein Experiment, das unter Umständen wesentlich produktivere Ergebnisse hätte erzielen können.

 

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