1.1 Einführung in Social Media (DEU)

You never get a second chance to make a first impression!

Bertolt Brecht erhoffte sich von neuen technischen Entwicklungen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts positive gesellschaftliche Veränderungen. In seiner so genannten Radiotheorie formulierte er vor rund 90 Jahren:

„Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“

Die seit mehr als 20 Jahren existierende Infrastruktur des Internet verändert mehr und mehr die Gesellschaft. Online-Kommunikation, Partizipation und Vernetzung wurden für zahlreiche Menschen alltägliche Praxis. Mit dem Internet haben wir alle die Möglichkeit – unabhängig von den traditionellen Medien Zeitung, TV und Radio – unsere eigene öffentliche Präsenz zu gestalten. 

Web 2.0 ist ein im Jahr 2004 geprägter Begriff, der sich auf eine geänderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets bezieht. Er fasste eine Reihe neuer technischer Entwicklungen im Internet zusammen, die das Web einfacher nutzbar, interaktiver un kollaborativer werden ließen. Die Bezeichnung “Web 2.0” wird in letzter Zeit vom eher deskriptiven Begriff “Social Media” abgelöst, der in der Folge ausschließliche Verwendung findet.

Social Media (auch Soziale Medien) bezeichnen digitale Medien und Technologien die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.

  • mediale Dialoge (one to many) werden zu sozial-medialen Dialogen (many to many)
  • der Benutzer wird von einem Konsument zu einem Produzent
  • Social Media = alle Medien (Plattformen), die Kommunikation und gegenseitigen Austausch unterstützen
  • geringe Eintrittsbarrieren: geringe Kosten, unkomplizierte Produktionsprozesse, einfache Zugänglichkeit
  • Social Media ermöglichen es jedem global präsent zu sein
  • Social Media Dienste sind online-basiert, müssen nicht heruntergeladen oder installiert werden
  • einzige Eintrittsbarriere: Anmeldung mit einer mit einer e-Mail Adresse
  • sind in der Regel kostenlos oder zumindest kostengünstig
  • einfach zu bedienen und erfordern (unter Umständen!) keinen hohen Zeitaufwand bei der Pflege
  • ideale Kommunikationskanäle = mit wenig Aufwand viele Menschen erreichen

Social Media bieten die Sichtbarmachung sozialer Beziehungen in neuen Räumen, an deren Gestaltung die „UserInnen“ teilnehmen können. Partizipation und Vernetzung unterstützen den Aufbau von Sozialkapital und sind somit ein wichtiger Aspekt für die persönliche Karriereentwicklung – eine Voraussetzung für Nachhaltigkeit. Ein Problem ist der nach wie vor existierende „Digital Divide“, wobei dieser weniger technischer sondern eher bildungskultureller Natur ist. Der Zugang zum Internet ist mittlerweile vielfach vorhanden. Wesentlich ist allerdings die sich hoffentlich entwickelnde Kultur hin zu einer aktiven Nutzung. Dann wird das Internet nicht ausgrenzen sondern nachhaltige regionale und globale Beziehungen zwischen Menschen stärken.

Sozialkapitalaufbau durch Vernetzung: Die eigene Internetpräsenz trägt in zunehmendem Maß dazu bei, wie Einzelpersonen oder Unternehmen wahrgenommen werden. WählerInnen, KundInnen, KonkurrentInnen, potenzielle PartnerInnen, MitarbeiterInnen, AuftraggeberInnen und die Medienwelt, all diese Kontaktkreise könnten nach der eigenen Person im Internet suchen; die Frage ist: was finden sie? Die Internetpräsenz einer Person ist oft der erste Eindruck, der hinterlassen wird und hier gilt: “You never get a second chance to make a first impression!” Es gibt sehr viele Instrumente, die dabei helfen können die eigene Identität im Internet aufzubauen.

Das Ego Surfing Das “Googlen” von BewerberInnen, neuen Kontakten oder des eigenen Namens sind längst gängige Praktiken. Künftige ArbeitgeberInnen wollen wissen, was über potenzielle MitarbeiterInnen im Internet zu finden ist. Das Suchen des eigenen Namens in einer Suchmaschine hat sogar eine eigene Bezeichnung: Ego-Surfing. Was zuerst nach einer narzisstischen Kuriosität klingt, kann unter Umständen sehr nützlich sein.

  • Sie sehen, was potenzielle ArbeitgeberInnen/Kontakte/FreundInnen über mich, wenn sie mich im Internet suchen
  • Überwachung und leichte Kontrolle des eigenen Internet Auftritts
  • Einflussnahme auf die Suchergebnisse mittels der Verwendung und aktiven Nutzung von Social Media
  • Ein Profil bei einem oder mehreren sozialen Netzwerken erhöht Ihre Chance gleich auf der ersten Seite von Google zu landen. Dies ist deswegen wichtig, weil Suchergebnisse auf später folgenden Seiten nur sehr selten angeklickt werden.
  • Wenn Sie schnell gefunden werden können, vermittelt dies den Eindruck der erhöhten Internetkompetenz und ist außerdem eine kostengünstige Werbung für die eigenen Person.

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